Challenging collectivities

29. - 31. Oktober 2015 | Goethe-Universität | Frankfurt am Main, Germany

Call for Papers

Kollektivitäten weisen in ihrer politischen Wirkmächtigkeit und ihren Konstitutionsbedingungen grundlegende Ambivalenzen auf: Einerseits führen Kollektivierungsprozesse oft totalisierende und Differenzen nivellierende Tendenzen mit sich. Andererseits bergen sie jedoch auch emanzipatorische Versprechen und transformatorisches Potential. Gerade aufgrund dieser Ambivalenz bedarf Kollektivität als gesellschaftstheoretischer Grundbegriff einer ständigen Aktualisierung und kritischen Reflexion. Auch die Allgegenwärtigkeit kollektiver Phänomene und Ansprüche lädt dazu ein, etablierte Annahmen und Theorien zur Disposition zu stellen. Welche Konstellationen sind gemeint, wenn wir über Kollektivitäten sprechen? Welche Formen von Kollektivität umgeben uns (heute)? Birgt die Verwendung des Begriffs ebenso wie eine an kollektivem Handeln orientierte politische Praxis emanzipatorisches und diagnostisches Potential oder gehen damit vielmehr gravierende Probleme und Gefahren einher?

Diesen und ähnlichen Fragen nimmt sich die Konferenz „Challenging Collectivities“ aus interdisziplinärer Perspektive an. Es geht uns darum, Phänomene im Hinblick auf die Frage, welchen Stellenwert Kollektivitäten darin einnehmen, theoretisch einzuordnen und empirisch zu betrachten. Hierbei interessieren uns Entwicklungen, wie etwa neuere und neuste soziale und politische Bewegungen, die sog. Debatte um die digitale Revolution und die damit einhergehenden Vernetzungsformen, die erneut Aufwind erfahrende Beschäftigung mit Konzepten der Lebensformen und dessen politischen Potentialen, die Bedeutung eines kollektiven Unbewussten für gegenwartsbezogene Analysen, aber auch Auseinandersetzungen mit globalen Phänomenen, die eine Neuaushandlung kollektiver Formationen und (etwa auch nicht-menschlicher) Handlungsfähigkeit nahelegen. Dabei sollen unter anderem Fragen nach Bedingungen und Formen kollektiven Handelns, nach gesellschaftlicher Transformation im Anschluss an und/oder gegen etabliertere Modelle sozialer und politischer Bewegungen und nicht zuletzt nach der Rolle und den Erscheinungsformen von Gewalt bei solchen Prozessen Raum gegeben werden.

Um sich dieser Problematik systematisch anzunähern, werden folgende Unterthemen vorgeschlagen, wobei Abstracts sowohl spezifisch zu diesen Unterthemen als auch zu den allgemeinen Fragestellungen der Konferenz erwünscht sind:

Das Material der Kollektivität

Die Kollektivität der Demokratie

Recht und Kollektivität

Organisation und Kollektivität

Kollektives Handeln und kollektive Handlungsfähigkeit

Identität und Kollektivität

Erfahrung und Kollektivität

Kollektivität der Lebensformen

Psyche und/der Kollektivität

Ökonomien kollektiver Formationen

Der Raum der Kollektivität

Kollektivität als Methodologie

Die Kollektivität der Kunst

FORMALIA

Zielgruppe: Der Call for Papers richtet sich an Studierende, Promovierende und Promovierte Nachwuchswissenschaftler*innen. Works-in-progress und künstlerische Projekte sind explizit erwünscht.

Konferenzsprache: Die Konferenz ist zweisprachig konzipiert, wobei mindestens 50% der Vorträge auf Englisch gehalten werden. Abstracts sind sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache erwünscht. Es wird gebeten, die gewünschte Vortragssprache anzugeben. Die Abtracts sollen einen Umfang von 300-400 Wörter haben, müssen mit einer kleinen Bionotiz versehen sein und sind bis zum 01. März 2015 einzureichen. Die Vortragenden werden dann bis zum 01. Mai 2015 benachrichtigt. Die ausgearbeiteten Vorträge sollen 20 Minuten nicht überschreiten. Die Vorträge werden über 3 Konferenztage hinweg in parallel stattfindende Panels unterteilt. Damit allen die Teilnahme an den Diskussionen möglich ist, sind die deutschsprachig Vortragenden aufgefordert zudem eine kurze englische Zusammenfassung ihres Vortrags einzureichen. Jedem Vortrag wird eine 20minütige Diskussion folgen.

Auswahlverfahren: Die Abstracts werden in einem Blind-Review-Verfahren ausgewählt. Wir bitten entsprechend, die Angaben zur Person nicht dem Abstract hinzuzufügen, sondern als gesondertes Dokument mitzuschicken. Die Organisator*innen der Konferenz verpflichten sich zudem als Vortragende mindestens 50% Frauen einzuladen. Nicht zuletzt möchten wir Interessent*innen explizit dazu einladen, auf einem gesonderten Dokument anzumerken, falls sie keine deutschen oder englischen Muttersprachler*innen sind. Es wird versucht dem paritätisch Rechnung zu tragen.

Finanzierungsmöglichkeiten: Es wird versucht, einen Zuschuss zu Reise- und Unterkunftskosten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für die ausländischen Teilnehmenden zu beantragen. Bei Interesse, dies bitte in der Mail angeben.

Kinderbetreuung: In Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität besteht die Möglichkeit bei Bedarf Kinderbetreuung anzubieten.

Challenging Collectivities – PDF

KONTAKT

Abstracts und Fragen sind an folgende Mailadresse zu senden:
info@graduateconferencefrankfurt.de